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Exotenhaltung

In jüngster Zeit häufen sich auf Facebook die Protestseiten gegen ein mögliches Exotenhaltungsverbot in der EU und meine Garnelen und ich haben uns dazu einige Gedanken gemacht.
Ich möchte hier bewusst keine Stellung beziehen, was betroffene Tierarten angeht, denn dazu fehlt mir bestimmt der fachliche Hintergrund. Auch ist mir bewusst, dass ein Zoofachhandel andere Interessen haben muss, als ein kleiner Züchter, der seine Tiere hobbymäßig vermehrt.
Ich würde mir nur wünschen, dass dieses heikle Thema sachlich und im Interesse der Tiere geführt wird.
Ein Tier, dass im 16. Jahrhundert nach Europa kam und mittlerweile kaum noch etwas mit der ursprünglichen Wildform zu tun hat, ist unser Hausmeerschweinchen. Dieser lebende Verdauungstrakt ist Bestandteil vieler Kinderzimmer und oft der erste Kontakt der Kinder mit der Verantwortung einem anderen Lebewesen gegenüber. Nun ist es aber für das gemeine Meerschwein artgerechter, wenn  es noch einen Partner bei sich hat. Dann muss aber auch ein größerer Käfig her. Hier ist sicherlich mehr Aufklärung nötig und manchmal auch ein größeres Kinderzimmer. Dieses Tier wird, bei artgerechter Haltung, wohl von einem Exotenhaltungsverbot nicht betroffen sein.
Ich nenne dieses Beispiel, weil viele Gegner des Haltungsverbotes mit Fotos aber genau das suggerieren wollen. Ich glaube nicht, dass nun Horden von Kontrolleuren durch die heimischen Kinderzimmer patroullieren, um Kindern ihre Haustiere wegzunehmen. Die Niederlande haben offensichtlich gerade eine Liste der Tiere veröffentlicht, die betroffen sein werden.
Natürlich werden weitere Tiere folgen, insbesondere aus der Terraristik und Aquaristik, doch glaube ich nicht, dass nun zukünftig alle auf ihr Hobby verzichten müssen.
Man kann bei einzelnen Arten sicher über Sinn und Unsinn eines Haltungsverbotes verschiedener Meinung sein, doch scheint ja ein öffentliches Interesse zu bestehen.
Auch kann man sicherlich darüber streiten, weshalb bestimmte Tierarten der Natur entnommen werden müssen, um etwas Aussergewöhnliches zu besitzen, wo unsere Tierheime vor traurigen Gestalten überquellen.
Andererseits ist mir klar, dass es ohne kontrollierte Zucht in Zoos oder Privathand bestimmte Tierarten gar nicht mehr geben würde – wobei man nicht jedes Tier auch wirklich wieder der Natur zurückführt.
Man sollte beide Seiten beleuchten. Wenn man ehrlich ist, ist doch die Haltung von z.B. bestimmten Vogelarten, die sonst in großen Schwärmen umherziehen und den Großteil ihres Daseins fliegend verbringen, als Einzelwesen in einem Vogelbauer mehr als fragwürdig. Oder Tiere, die nur in Gefangenschaft gehalten werden können, wenn sie mit Medikamenten “haltungsfähig” gemacht wurden.
Klar ist, dass sich etwas ändern muss. Schön wäre es, wenn Zoohandel und Halter dies selber übernehmen würden und dadurch eine korrekte Haltung der Tiere garantieren. Allerdings bezweifle ich, dass dies funktioniert, da ja vielfach nicht einmal die einzelnen Verbände ansatzweise ihre Mitglieder kontrollieren. Tierrechtler aber auch Gegner des Exotenhaltungsverbots schießen meiner Meinung nach mit ihren Kampagnen deutlich über das Ziel hinaus. Konstruktive Vorschläge, Kompromisse bei persönlichen Interessen und klare Richtlinien für die Halter wären meiner Meinung nach deutlich effektiver und für die Tiere mittelfristig genauso wirksam.

Eine EU, die den Transport lebender Garnelen reglementiert, aber Viehtransporte quer durch die EU subventioniert, halte ich nicht für fähig, dieses Problem allein und durch pauschale Gesetze zu lösen.
Ich halte dieses derzeitige Geschrei aber für falsch. Stattdessen sollte man konstruktive Vorschläge erarbeiten, welche Tiere man ohne bedenken halten kann und welche Tiere man doch besser in ihrem natürlichen Umfeld lässt.

 

One Response to “Kinder mit Haltungsschaden…”

  1. Petra Rexroth sagt:

    Ich stimme da vollkommen zu..Ich finde es traurig das Politiker und tier rechtler nicht hergehn und aufklären, sondern gesetze raus posaunen die weder dem tier noch sonstwas gerecht werden..

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